Trotz geringem Budget mit einem Food Truck selbstständig machen

Wie kannst du mit deinem Konzept in die Selbstständigkeit starten, ohne direkt volles Risiko hinsichtlich der Kosten einzugehen? Damit du die passende Lösung für deinen Businessplan findest, haben wir für dich die zwei gängigsten Streetfood-Fahrzeuge verglichen: den Food Truck mit dem Verkaufsanhänger.

Cocktailtrailer im coolen Look

Streetfood ist der neue Stern am Gourmethimmel. Während uns früher beim Begriff Imbisswagen noch Bilder von Pommes und Würstchen in den Kopf schossen, denken wir heute an fantasievolle Gerichte aus aller Welt, die wir auf Events wie Streetfood-Festivals oder in der Mittagspause genießen dürfen.

Dass Streetfood so gut ankommt, inspiriert auch immer mehr Food-Liebhaber dazu, sich mit leckeren Konzepten den Traum vom mobilen Restaurant zu erfüllen – aus diesem Grund bist wahrscheinlich auch du in diesem Artikel gelandet.

Doch wie kannst du mit deinem Konzept in die Selbstständigkeit starten, ohne direkt volles Risiko hinsichtlich der Kosten einzugehen? Damit du die passende Lösung für deinen Businessplan findest, haben wir für dich die zwei gängigsten Streetfood-Fahrzeuge verglichen: den Food Truck mit dem Verkaufsanhänger.

Food Truck vs. Verkaufsanhänger: Der grobe Unterschied

Ein Food Truck ist ein Lastwagen, der zu einer mobilen Küche ausgebaut wurde.

Der Verkaufsanhänger unterscheidet sich in erster Linie darin, dass er nicht motorisiert ist – der ausgebaute Kofferanhänger mit Verkaufsklappe wird von einem Zugfahrzeug gezogen.

Dieser Unterschied ist wichtig, wenn es um die Gründung eines Food Truck Gewerbes geht. Beide Optionen bringen nämlich unterschiedliche Herausforderungen mit sich, die du vor deiner Wahl abwägen solltest.

Welche Genehmigungen brauche ich für ein Foodtruck Gewerbe?

Um einen Foodtruck zu eröffnen, musst du in Deutschland diese Voraussetzungen erfüllen:

  • eine Gaststättenunterrichtung und Infektionsschutzbelehrung (IHK)
  • die Gaststättenerlaubnis (Gewerbeamt)
  • die Gewerbeanmeldung (Gewerbeamt)
  • Gesundheitszeugnis und Hygienebelehrung (Gesundheitsamt)
  • Lebensmittelhygieneschulung nach § 43 Infektionsschutzgesetz (Gesundheitsamt)
  • die Reisegewerbekarte falls du außerhalb des in der Gewerbeanmeldung angegebenen Ortes
    verkaufen möchtest (Ordnungsamt)
  • einen Antrag auf Bewirtung im Freien (Ordnungsamt)
  • Schanklizenz, bei Ausschank alkoholischer Getränke (Ordnungsamt)
  • eine Food Truck Stellplatz-Genehmigung bzw. Sondernutzungserlaubnis (Ordnungsamt)

Zudem benötigst du für den Food Truck:

  • ab einem Gewicht von 3500 kg die Führerscheinklasse C1.
    • Beispiel-Maße für einen Foodtruck mit einem Gewicht über 3500 kg:
      Gesamtlänge: 7450 mm, Aufbaulänge: 5100 mm, Aufbaubreite: 2450 mm.

Für einen Verkaufsanhänger benötigst du:

  • bei einem Gewicht bis max. 3500 kg inkl. Zugfahrzeug die Führerscheinklasse B.
  • Wichtig: Überschreitet die Kombination von Zugfahrzeug und Verkaufsanhänger das Gewicht, kannst du mit der B-96 Erweiterung eine Kombination von maximal 4250 kg fahren und mit dem Anhängerführerschein BE kann der Anhänger allein ein Gesamtgewicht von 3500 kg haben.

Stellplatz finden: Was sind die Vor- und Nachteile?

Mit deinem Food Truck hast du immer die freie Wahl zwischen einem festen Standplatz oder einer regelmäßig wechselnden Location. Für was du dich auch entscheidest: Es ist nicht verkehrt, sich schon vorab zu überlegen, was dein Businessplan vorsieht.

Food Trucks sind meist größer als Verkaufsanhänger und benötigen daher auch größere Standplätze. Den Verkaufsanhänger kannst du hingegen mit deinem Zugfahrzeug platzieren und das Fahrzeug dann woanders abstellen.

Hier ein paar weitere Vor- und Nachteile zum Vergleich:

Nachteile Foodtruck:

  • Food Truck Stellplatz-Kosten werden oftmals nach Standmetern berechnet. Umso größer der Wagen ist, desto höher sind daher auch die Standkosten.
  • Meist werden Foodtrucks erst nebenberuflich getestet, statt direkt alles auf volle Flamme zu setzen. Dafür bieten sich meist Events an, da sie am Wochenende stattfinden und dort automatisch potenzielle Kund:innen vorhanden sind. Liegen jedoch größere Zeitabstände zwischen den Events, leidet durch die längeren Standzeiten der Motor des Foodtrucks.

Nachteil Verkaufsanhänger:

  • Verkaufsanhänger sind zwar oft kleiner als Food Trucks, dadurch jedoch nicht zwingend günstiger, wenn es um die Standmiete geht. Auch wenn das Zugfahrzeug auf den ersten Blick wegfällt, musst du dieses auch irgendwo parken. Je nach Parkplatz-Optionen können daher zusätzliche Parkkosten anfallen.

Vorteil Foodtruck:

  • Foodtrucks können auf normalen Parkplätzen parken, was bei Anhängern nicht der Fall ist. Das erleichtert die Parkplatzsuche.

Vorteil Verkaufsanhänger:

  • Da der Verkaufsanhänger keinen Motor besitzt, macht ihm ein Stillstand nichts aus. Zudem fallen die oft hohen Wartungskosten für den Motor weg. Wenn du dich schon mal zwischen einem Wohnwagen und einem Wohnmobil entscheiden musstest, kennst du die Nachteile bereits.
  • Du kannst flexibler reagieren: Stell dir vor, die Kunden rennen dir den Wagen ein und dir gehen die Vorräte aus. Arbeitet ihr im Team, kannst du die Stellung halten, während dein Partner mit dem Zugfahrzeug Nachschub holt. Bist du mit einem Foodtruck unterwegs, müsstest ihr in diesem Fall nun alles abbauen und den nächsten Markt ansteuern. Ganz besonders ist das ein Problem, wenn ihr inmitten anderer Food Trucks auf einem Festival steht.

Food Truck Innenausbau: Bietet er mehr Platz als ein Verkaufsanhänger?

Die Food Truck Ausstattung ist stark von deinem Vorhaben und der Größe deines Trucks abhängig. Doch so oder so: Beim Ausbau sind Kreativität und Know-how gefragt. Durch clevere Kombinationen und innovative Lösungen musst du alles an Platz nutzen, was zur Verfügung steht.

Doch auch die beste Einrichtungsplanung nützt nichts, wenn du dir vorher nicht genügend Gedanken über dein Konzept gemacht hast: Wie viele Personen sollen in dem Verkaufswagen arbeiten? Was benötigst du an Geräten, Schränken etc.? Welche Ausstattung ist eigentlich Pflicht?

All das solltest du in deinem Businessplan berücksichtigen, damit du auf dieser Basis den für dich passenden Verkaufsanhänger wählen und planen kannst.

Für was du dich schlussendlich auch entscheidest, diese Grundausstattung sollte jeder Foodtruck und Verkaufsanhänger haben:

  • Oberflächen aus Edelstahl
  • eine Kühleinheit
  • Waschbecken
  • Aufbewahrungsmöglichkeiten
  • Spritzschutz
  • Gekennzeichnete Wassertanks (Abwasser und Frischwasser)
  • einen Trinkwassertank
  • Elektro-Anschluss für die Stromversorgung

Für deine schlussendliche Wahl ist zudem wichtig zu wissen, dass das äußerliche Erscheinungsbild eines Food Trucks häufig täuscht. Die meisten gehen durch die Größe davon aus, dass er mehr Platz bietet als ein Verkaufsanhänger. Dabei ist es umgekehrt – Verkaufsanhänger haben in der Regel einen größeren Innenraum. Das hängt damit zusammen, dass die Bestandteile eines motorisierten Fahrzeugs wie Motor und Radkästen nicht verbaut werden müssen.
Außerdem bietet ein Verkaufsanhänger durch die größeren Außenflächen rundherum mehr Platz für Gestaltungsmöglichkeiten wie Folienbeklebung, Schilder und Leuchtschriften.

Was kostet ein Food Truck?

Du wirst es dir wahrscheinlich schon denken: Auch hier kommt es ganz auf dein Konzept an. Daher können wir dir ohne weitere Infos schwer einen Preis nennen.

Jedoch können wir dir versichern, dass Verkaufsanhänger in der Anschaffung die günstigere Alternative sind. Auf unserer damaligen Suche nach einem Foodtruck mit solider Grundausstattung und einem ansprechenden Design mussten wir selbst schnell feststellen, dass es für kleinere Budgets keine qualitativ hochwertige Lösung gab.

Food Trucks sind nämlich schon alleine wegen ihrer Beliebtheit sehr teuer und die Tatsache, dass du im Endeffekt ein KFZ, eine Küche und einen Verkaufsraum in einem kaufst, drückt den Preis auch nicht nach unten. Auch die Preise für reine Basisfahrzeuge sind durch Vanlife- und Camper-Trend horrend gestiegen. Dadurch sind auch vermeintlich günstigere Selbstausbauten deutlich teurer geworden. Zudem solltest du auch im Hinterkopf behalten, dass es sich bei einem Foodtruck um ein motorisiertes Fahrzeug handelt. Sprich, notwendige Wartungen oder Reparaturen verursachen zusätzliche Kosten und sorgen zudem dafür, dass du für ein paar Tage auf dein Fahrzeug und somit den Verkauf verzichten musst – für viele Selbstständige ein Totschlagargument.

Der größte Nachteil des Verkaufsanhängers ist dahingegen, dass du zusätzlich ein Fahrzeug benötigst, das stark genug ist, um deinen Anhänger zu ziehen. Die meisten besitzen jedoch bereits ein fähiges Zugfahrzeug und können dadurch Kosten sparen. Es gibt jedoch zahlreiche Verkaufsanhänger und Foodtrailer, die aufgrund ihres niedrigen Gewichts und der effizienten Bauweise auch von Kleinwagen gezogen werden können.

Fazit

Wie du siehst, haben beide Optionen ihre Vor- und Nachteile. Daher hängt die Wahl schlussendlich von verschiedenen Faktoren deines Konzepts ab – und natürlich von deinem Budget.

Der Foodtruck ist KFZ, Küche und Verkaufsraum in einem und hat den Vorteil, dass du ihn leicht von A nach B bewegen kannst. Hast du ein niedrigeres Startkapital und ein starkes Zugfahrzeug steht bereits in deiner Garage, lohnt sich eher die Investition in einen hochwertigen Verkaufsanhänger und Foodtrailer.

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Benjamin
Benjamin

Benjamin, der Autor dieses Beitrags, ist von Beginn an bei BuddyStar dabei und kümmert sich um das Marketing. Der leidenschaftliche Hobbykoch hat eine Vorliebe für Street-Food und reist gerne in ferne Länder, wo er immer wieder neue Food-Kreationen für sich entdeckt.

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